Las Palmas

Mein Umzug nach Las Palmas – Teil 6: Der erste Monat

Eigentlich wollte ich noch einen Blogpost zum Abflug nach Las Palmas schreiben, aber die letzten Tage in Köln waren etwas hektisch. Mein Büro war leer und mein Rechner auf dem Weg nach Las Palmas. Zuhause hatte ich nur noch mein kleines Macbook und eine meine Matratze. Sehr basic, auch mal ne Erfahrung, aber zum Arbeiten nicht ideal. Zum Ende hin wurde es trotz guter Vorbereitung dann doch noch stressig. Ich brauchte vier Anläufe um meine Küche loszuwerden und am letzten Tag musste ich noch meine Matratze auf den Müll bringen. Meine Freunde hatten an meinem Geburtstag kurz vor dem Abflug noch eine Abschiedsparty gemacht, das war sehr schön und hat mir den Abschied genauso schwer gemacht wie meine geliebte leere Wohnung zu sehen, die ich nach 15 Jahren verließ.

Mein leeres Wohnzimmer in Köln-Nippes

Meinen Hausrat nach Las Palmas zu schicken, hat nicht so gut geklappt

Mein Plan, zwei große Kisten per DHL nach Las Palmas zu schicken, ging schief. Als ich die Paketzettel kaufen wollte, waren es auf einmal nur noch 20 kg, die ich verschicken durfte und nicht 31,5 kg wie gedacht. Entweder waren die Bestimmungen mittlerweile geändert worden oder ich hatte vorher falsch geschaut. Außerdem hatte ich nicht daran gedacht, dass die Kanarischen Inseln eine Sonderwirtschaftszone sind, d.h. alles, was vom Festland kommt, durch den Zoll muss. Ab 1.000 Euro Wert müssen Waren vorher elektronisch angekündigt werden. Die Zeit hatte ich dann einfach nicht mehr. Also entschied ich, nur meinen iMac zu verschicken, den Wert etwas nach unten zu flunkern, und das Paket von zuhause einfach nicht zu verschicken. Die Sachen hatten nicht wirklich wert und ich wusste nicht, was damit geschieht. Außerdem kam noch meine Unfähigkeit, Gewichte einzuschätzen dazu – das waren eher 40-50 kg in dem Paket und nicht 20 kg. Also habe ich alle guten Sachen aus meiner Küche an einen Freund verschenkt.  Also, in der Theorie eine gute Idee, in der Praxis nicht so 🙂

Ankunft in Las Palmas

Die Ankunft in Las Palmas war super. Ein guter Freund von mir lebt hier, sodass ich nicht so hart gefallen bin von einer Stadt wo ich viele Leute kenne in eine Stadt, wo ich niemanden kenne. Die Leute im Coworking sind nett, der Inhaber ist super hilfsbereit. Das Viertel in dem ich lebe, ist ein klassisches Arbeiterviertel mit vielen Arbeitslosen und Menschen mit eher geringem Einkommen. Aber die Leute sind total nett und grüßen alle auf der Straße wie in einem Dorf. Mittelfristig möchte ich aber in einem lebhafteren Viertel wie Las Canteras, Triana oder der Altstadt Vegueta wohnen.

Meine neue Wohnung in Las Palmas

Bürokratische Hürden

Sehr hilfreich war, die NIE, die Steueridentifikationsnummer für Ausländer, schon in Deutschland zu bestellen – ohne sie geht hier wirklich nichts, außer im Supermarkt einkaufen oder essen zu gehen. Hier spricht fast niemand englisch, und Behördengänge sollte man sich für Zeiten aufheben, wenn man etwas sicherer Spanisch spricht. Außerdem ist das Land so bürokratisch, dagegen ist Deutschland nichts. Ich wurde schon vorgewarnt, dass hier auch nichts ohne ein Spanisches Bankkonto geht, und tatsächlich, als ich einen Internetanschluss bestellen wollte, musste ich vorher ein Bankkonto eröffnen, das ich gar nicht brauche. Ich bin zur Deutschen Bank und habe dort ein Konto eröffnet, denn auch hier hilft es am Anfang deutsch- oder englische Ansprechpartner zu finden. Die Standardkontokarte ist hier eine kostenlose Mastercard Debitcard, mit der man wirklich überall kontaktlos bezahlen kann. Da sind die hier viel weiter als in Deutschland, wo man ohne EC-Karte oder sogar ohne Bargeld keine Chance hat. Daher zahle ich mir jetzt selbst ein monatliches Taschengeld auf mein neues spanisches Konto aus und zahle damit Einkäufe, Restaurantbesuche etc.

Der Techniker, der mein Internet anschließen sollte, beschied mir zunächst, dass es in meinem Haus überhaupt keinen Breitbandanschluss gäbe, den ich bestellt hatte. Kurzerhand nam er sich eine Holzleiter und ein Kabel, schloss dieses 50 Meter um die Ecke irgendwo an und verlegte es zu meinem Haus und in die Wohnung. Probleme werden hier ab und an auch sehr unkompliziert gelöst 🙂

Dirk bekommt Internet

Busfahren und Weintrinken

Las Palmas hat ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz mit Buslinien bis in der Berge hinein. Im Stadtbereich kostet jede Fahrt egal wohin 1,40€. Für eine halbstündige Fahrt in die Berge habe ich letztens 3,10€ bezahlt. In den Bergen kann man toll wandern. Was ich in dem Ausmaß nicht wusste: Gran Canaria ist eine Weininsel. 50-60 kleine Weingüter in den Bergen haben sich zusammengeschlossen und stellen tollen Wein her. Für einen Weinliebhaber, oder besser gesagt Weintrinker wie mich genau das richtige 😉 Auch Taxis sind supergünstig hier, etwa die Hälfte der deutschen Preise. Sowas wie Carsharing gibt es hier leider gar nicht.

In den Bergen nahe Las Palmas

Wie es weiter geht

Tatsächlich ist mein Status als Non-Resident mit erstem Wohnsitz und Betrieb in Deutschland ein Sonderfall in Spanien. Und Sonderfälle haben es sich so an sich, dass es hier und da kompliziert werden kann. Nach sechs Monaten, muss man sich hier als Resident melden und dies 90 Tage vorher. Das wird noch spannend, ob das funktioniert, ohne meinen Betrieb nach Spanien zu verlegen. Das steht für Dezember auf dem Plan.

Also, das war es erstmal aus meinem Umzugsblog. Ich werde mich im Winter noch mal melden und euch über die bürokratischen Hürden hier auf dem laufenden halten – für alle Freelancer und Selbstständige, die es auch nach Spanien zieht.

Mach was du willst und du musst nie wieder arbeiten.

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