Las Palmas

Mein Umzug nach Las Palmas – Teil 3: Mein Business

Im dritten Teil meiner Reihe beantworte ich ein paar Fragen, die mir immer wieder gestellt werden: Womit willst du dein Geld verdienen? Kurze Antwort: (fast) genauso wie vorher.

Ich bin selbstständig mit mehreren Tätigkeiten. Mit der Firma, auf der dieser Blog beheimatet ist, coache ich Gründer*innen mit Design- Thinking-Methoden. Diese Firma war eigentlich für Kund*innen aus dem Rheinland geplant, jetzt biete ich das Coaching in Intensivsessions in Las Palmas an. Middeldorf Consulting ist noch im Aufbau, daher war der Wechsel relativ einfach.

Außerdem bin ich im Musikbereich tätig. Ich habe ein Plattenlabel und organisiere Künstlerreisen für eine Booking-Agentur. Ich arbeite mit Künstlern und Veranstaltern auf der ganzen Welt zusammen. Hier ist mein Standort also völlig egal. Zudem veranstalte ich Partys mit meinem Label im Kölner Club Odonien. Schon in diesem Jahr haben wir die Partys auf nur noch eine Handvoll pro Jahr minimiert. Die verbleibenden Partys nutze ich für Besuche in Köln, denn die Stadt und die Menschen hier bleiben mir weiter eng verbunden.

Kund*innen haben ihre Dienstleister gerne vor Ort, auch wenn man sie persönlich selten trifft

Mein Hauptunternehmen und meine wichtigste Einnahmequelle ist aber meine Webagentur DMWC, die es seit nun zehn Jahren gibt. Und hier liegt tatsächlich auch die größte Gefahr in meinem Umzug nach Las Palmas. Die meisten meiner Kunden kommen aus dem Rheinland. An neue Kunden komme ich fast ausschließlich durch Empfehlungen zufriedener Bestandskunden. Innerhalb der EU kann ich arbeiten, wo ich will. Die Zeitverschiebung ist eine Stunde. Dank der Roaming-Regelung muss ich noch nicht mal meine Nummer ändern. Mein Geschäftsadresse bleibt in Köln. Die meisten meiner Kund*innen sehe ich sehr selten bis gar nicht nicht. Die Kommunikation findet per Telefon oder online statt. Meetings und Präsentationen habe ich schon lange aus meiner Kundenkommunikation verbannt. Einige habe ich noch nie persönlich gesprochen. Wenn ich’s drauf anlegen würde, würden es viele gar nicht merken, dass ich nicht von Köln aus mit ihnen spreche. Also ändert sich nichts?

Es gibt einen Aspekt, der meinen Schritt dennoch riskant macht. Empfehlen mich meine Kund*innen weiter, wenn ich in Las Palmas bin? Wollen sie weiter mit mir zusammenarbeiten? Faktisch ändert sich nichts, aber gefühlsmäßig kann da doch Skepsis entstehen. Ein Freund von mir wollte mir letztens einen Kunden vermitteln, dem die New-Work-Welt bei weitem nicht fremd ist. Aber dieser Kunde sagte, er überlege sich, ob er nicht lieber einen Dienstleister in Köln hätte. Wäre das Thema “Las Palmas” nicht aufgekommen, wäre er jetzt wahrscheinlich schon jetzt mein Kunde.

Aber ich denke, da ich mir sehr bewusst über diese Gefahr bin, kann ich dem mit Gesprächen entgegenwirken. Außerdem habe ich einen größeren internationalen Kunden, der die Gefahr etwas abmildert. Mein Team sitzt zudem in Köln und Stuttgart und kann mich sicherlich auch mal vertreten, wenn ich zu Kundengesprächen nicht einfliegen kann. Von Las Palmas nach Köln sind es 4,5 Stunden. Genauso lang wie mit dem Zug nach Berlin. Ich bin also nicht aus der Welt. Dennoch sollte jede*r, der einen ähnlichen Schritt mit einem bestehenden Business vielleicht auch nur auf Zeit gehen will, darüber nachdenken, welche Auswirkungen das auf ihr*sein Business haben kann – auch psychologisch. Ich werde meine Dienstleistung natürlich auch in Las Palmas anbieten und habe deshalb eine englische Version der Website erstellt. Eine spanische Version wird folgen. Aber so ein Neuaufbau dauert nach meiner Erfahrung zwei bis drei Jahre.

Hinter diesen Häusern ist mein neues Büro.

Ein paar Fakten, wie ich den Umzug genau organisiert habe

Einige Firmen und Institutionen, vor allem Gewerbe- und Finanzamt, die IHK etc. versenden weiterhin ausschließlich per Post. Meine Finanzbuchhaltung ist seit diesem Jahr digitalisiert, also kein Problem. Steuerliche Post lasse ich direkt an meine Steuerberaterin umleiten. Mein Firmensitz bleibt in meinem deutschen Büro. Hier sind wir in einer Gemeinschaft und die Kollegen können mir die Post weiterleiten, wenn wirklich mal was geschickt wird. Aber ich muss schon aufpassen, dass mir nichts Wichtiges entgeht. Es gibt auch Dienstleister, die ein virtuelles Büro anbieten und die Post weiterleiten. Ich hoffe aber, es geht erstmal ohne.

Mein Las-Palmas-Büro ist übrigens in einem Co-Working-Space in der Nähe des Strandes in Stadtteil La Isleta, zehn Minuten zu Fuß von meiner neuen Wohnung. Das ist sehr praktisch. Die Leute sind sehr nett dort, es gibt sehr schnelles Internet und eine gute Infrastruktur mit Besprechungsräumen und sogar einer Galerie.

Wenn ihr Fragen zu diesem Thema habt, gerne in die Kommentare schreiben!

Foto: (c) Can Stock Photo / edna

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